Grüne soziale Stadt
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„Ohne ausreichende Kleingärten keine grüne soziale Stadt“


Rund tausend Gartenfreunde haben an der Kundgebung teilgenommen. Fotos: Caroline Langner

Bürgerinitiativen und Verbände haben auf einer Kundgebung ihre Forderungen nach dem Erhalt aller Grün- und Kleingartenflächen im Bezirk und in der gesamten Stadt erneuert. Günter Landgraf mahnte: „Ohne ausreichende Kleingärten gibt es keine grüne große soziale Stadt!“



Am 13. September haben mehrere Bürger- und Mieterinitiativen sowie die Mitgliedsverbände Charlottenburg und Wilmersdorf des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e.V. ihre Forderung nach dem Erhalt der Grün- und Kleingartenflächen im Bezirk erneuert. Unterstützt von rund tausend Gartenfreunden, konfrontierten sie vor dem Rathaus Charlottenburg die anwesenden Politiker mit kritischen Fragen zur Stadtentwicklung. Sie wollten damit die Vertreter der Kommunal- und Landespolitik kurz vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksparlamenten öffentlichkeitswirksam an ihre bisher nicht eingehaltenen Zusagen zur Sicherung des Stadtgrüns erinnern. So hatten SPD und CDU in ihrer Koalitionsvereinbarung für die ausgehende Legislaturperiode festgeschrieben, dass die Schutzfristen für Kleingartenanlagen in eine dauerhafte Sicherung umgewandelt werden sollen. Dies ist nicht geschehen.


Günter Landgraf fordert die dauerhafte Erhaltung des Stadtgrüns.

In seinem Eingangsstatement bekräftigte Günter Landgraf, Präsident des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e.V., daher: „Es ist nicht hinnehmbar, dass ein so starker Bürgerwille wie der zum Erhalt der Grün- und Kleingartenflächen nur als Kommentar behandelt wird. Er muss ernst genommen werden, wenn unsere Demokratie Bestand haben will!“ Auch Edgar Thomas und Peter Biastock, die Vorsitzenden der Bezirksverbände Charlottenburg und Wilmersdorf der Kleingärtner erhielten viel Beifall von den Kundgebungsteilnehmern bei der Aussage, wenn in Berlin eine Volksbefragung zum Erhalt von Kleingärten stattfände, würde die Mehrheit der Bevölkerung dafür stimmen.


Die anwesenden Politiker Reinhard Naumann, Ülker Radziwill, Fréderick Verrycken, Swen Schulz (alle SPD), Carsten Engelmann und Klaus-Dieter Gröhler, (beide CDU) sowie Ansgar Gusy (Bündnis 90/Die Grünen) und Katrin Lompscher (Die Linke) mühten sich auf der Bühne, ihre Misserfolge zu entschuldigen und ihre politischen Versprechen zu wiederholen. Die Kleingärtner hielten indessen dagegen und mahnten: „Wir brauchen Verbindlichkeit, denn ohne Kleingartenvereine wird es keine Leistungen für das Land, für die Kieze und Schulen, keine klimatische Entlastung, keine Biodiversität und Artenvielfalt mehr geben“, sagte Günter Landgraf unter großem Beifall der Kundgebungsteilnehmer. „Ohne ausreichende Kleingärten gibt es keine grüne soziale Stadt!“